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Das Haus ist in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmal erfasst. An dieser Stelle folgen fundamentale historische Daten und Erläuterungen. Wir möchten den Erkenntissen des Landesdenkmalamts nicht vorgreifen. Die hier gemachten Angaben stellen lediglich eine subjektive Einzelmeinung dar und bleiben bis auf weiteres rechtlich unverbindlich. Ich erhebe an dieser Stelle keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Ausführungen und Erläuterungen und behalte mir Änderungen jederzeit vor. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts änderten sich wesentliche Details in der Bauweise mit nahezu jedem Jahrzehnt. So lassen sich bei Bauten, deren Substanz seit Ihrer Entstehung im Wesentlichen unverändert erhalten geblieben ist, relativ genaue Angaben über die Erbauungszeit machen. Insbesondere unser Haus ist durch Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen wesentlich in seiner Struktur erhalten geblieben. Detaillierte Hausbeschreibungen liefert die Dissertation Bauernhaustypen im Saargebiet, eingereicht an der Technischen Hochschule zu Stuttgart im Jahr 1928. Regierungsbaumeister Fritz Klein befasst sich darin u. a. ausführlich mit den Funktionen der einzelnen Räume, geht auf Materialien, Bautechnik und Konstruktion ein und verdeutlicht seine Erkenntnisse mit zahlreichen Zeichnungen.
Wesentliche Hinweise über die Entstehungszeit des Gebäudes liefert die Monographie Siedlungs- und Hausformen in Deutsch-Lothringen und im Saarland von Werner Habicht aus Niederlinxweiler. Zunächst als Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität des Saarlandes eingereicht, erschien sie 1980 als Buch mit dem Titel Dorf und Bauernhaus im deutschsprachigen Lothringen und im Saarland als Band 27 der Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität des Saarlandes. Im Kapitel Bauernhaus und. Siedlung im 18. Jahrhundert ab S. 225 ff. beschreibt Werner Habicht die in dieser Zeit typischen Merkmale solcher Bauten. In unserem Haus gibt es zahlreiche bauliche Hinweise für eine Bestimmung der wahrscheinlichen Entstehungszeit dafür: - In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurden die Gebäude typischerweise noch nicht unterkellert. Erst seit dem vierten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts erfahren unterkellerte Wohnteile eine weite Verbreitung. Unter der Stube und Kammer unseres Hauses befindet sich bereits ein Tonnengewölbekeller. Dies ist ein Indiz dafür, dass unser Haus ab Ende des ersten Drittels des 18. Jahrhunderts entstanden ist. In unserem Keller ist sogar noch ein monolithischer ausgehölter Block zum Einlagern von Sauerkraut oder Ähnlichem erhalten. - Die Feuerstelle mit Rauchabzug ("Horscht" oder "Harst") in unserem Haus überspannt nicht mehr den gesamten Bereich der Küche, wie noch Ende des 17. Jahrhunderts bis Anfang des 18. Jahrhunderts üblich, sondern fügt sich im Schnittpunkt zwischen Küche, Stube und Kammer jeweils etwa nur zur Hälfte an die Wandlänge zur Stube und zur Küchenkammer an. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass unser Haus ab Ende des ersten Drittels des 18. Jahrhunderts entstanden ist. - Bis Anfang des 18. Jahrhunderts erstreckte sich die Küche typischerweise noch über die gesamte Tiefe des Hauses von der Front bis zur Gartenseite. In unserem Haus ist dieser Bereich bereits durch eine Zwischenwand in die vordere Küche und hintere Küchenkammer geteilt. Gemeinsam mit Stube und Kammer hat unser Haus also bereits vier Wohnräume pro Geschoss. - Die Stube in unserem Haus ist noch nicht auf Kosten der Küche vergrößert, somit verengt sich die Küche im vorderen Teil auch nicht zu einem schmalen Gang. Einen solchen Mittelgang findet man typischerweise erst in Häusern ab dem Ende des 18. Jahrhunderts. Unser Haus hat noch keinen Mittelgang. Durch die Haustür in unserem Haus gelangt man noch direkt in die größzügige Küche. Dies ist ein Hinweis dafür, dass unser Haus vor Ende des 18. Jahrhunderts entstanden ist. - In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte ein Rückgriff auf die dreiräumige Wohnteilung. In Anlehnung an die Entwicklung des Stadthauses wurden Küche und Mittelgang vollständig voneinander getrennt, die Stiege ins obere Geschoss wurde endgültig in den Mittelgang verlegt. In unserem Haus muss man von der Haustür aus allerdings noch durch die vordere Küche in die hintere Küchenkammer gehen, und erreicht erst dann die Treppe ins obere Geschoss. Dies ist ein Hinweis dafür, dass unser Haus spätestens in der frühen Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden ist. - Eine nicht unerhebliche Bedeutung hat das früher direkt an den mittlerweile abgerissenen Pferdestall angebaute Hintersassenhaus Zum Storckelborn 4. Dessen Baujahr ist in der Denkmalliste mit 1853 angegeben. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass aufgrund der zweigeschossigen Bauweise unseres Hauses sicherlich nicht schon die Nachkommen aus den ersten beiden Folgegeneration ein solches Hintersassenhaus erbauen musste, lässt sicht die Entstehungszeit unseres Hauses mit spätestens 1800 berechtigt annehmen. In der Summe der Hinweise und Indizien ist eine Bauzeit des Gebäudes zwischen 1740 und 1780 wahrscheinlich. Weitere Hinweise geben sicherlich die Bannkarten des 18. Hahrhunderts sowie die Kirchenbücher und sonstige Originaldokumente aus dieser Zeit. Letzte Sicherheit konnten nur eindeutige Belege liefern. Herr Niko Leiß von der Firma Mrziglod-Leiß in Tholey als Ansprechpartner für Bauforschung und Denkmalpflege nahm sieben Proben aus dem Bsauholz und kam durch eine dendrochronologische Untersuchung zu dem Ergebnis, dass das Haus in 1790 erbaut wurde. Ein ausführlicher Bericht seiner Erkenntnisse liegt vor.
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